Das Bild mit dem hellen Fußboden sieht nach Marke "Billigsdorfer" aus, das gebe ich unumwunden zu.
Kleine Erklärung für unsere geschätzten internationalen Leserinnen und Leser:
https://de.m.wiktionary.org/wiki/Billigsdorfer
Allerdings handelt es sich bei dem Foto um eine private Restaurierungslösung und nicht um den original verbauten GMC Sperrholzboden.
Bezüglich diesem habe ich mich interessehalber etwas schlau gemacht: Beim "marine grade plywood" vom GMC Motorhome aus den USA handelt es sich um eine spezielle Art von Sperrholz, so ist z. B. dessen Kern absolut blasenfrei. Die höheren Anforderungen an das Material betreffen auch dessen Schichten, die Anzahl ist deutlich höher als beim gewöhnlichen A-BeX Sperrholz und der verwendete Leim muss wasserdicht sein. Für diese Wertigkeit muss man selbstverständlich tiefer in die Tasche greifen.
Danke an Matt Collie vom GMC Motorhome Forum für die genauere Erläuterung.
Für die Qualität der verwendeten Materialen spricht auch der Umstand, dass zwei Drittel aller jemals gebauten GMC Motorhomes aus den 1970ern gegenwärtig immer noch in fahrbaren Zustand auf den Straßen anzutreffen sind.
Das GMC Motorhome kostete damals rund USD 60.000,--. Selbstverständlich gibt es verschiedene Ansätze, diesen Kaufpreis auf heute umzulegen. Ich habe mir mal den Spaß gegönnt und eine Berechnungsmöglichkeit herausgepickt:
$60.000,-- im Jahre 1978 entsprechen 279.168,-- im Jahr 2023.
Quelle:
https://www.in2013dollars.com/us/inflat ... 40%20today
Der Revcon kostete 1979 so um die USD 100.000,--.
Nur zur Veranschaulichung, in welcher Preisdimension man sich damals bewegte. Eine europäische, vergleichbare Alternative zum GMC Motorhome/Revcon gab es in den 1970ern und auch später lange nicht.
Ich fuhr regelmäßig deutsche Fabrikate in der 90.000,-- Euro Region, mit knisternder Alufolie auf den Griffen von den Seitentüren, wo eigentlich echtes Alu verbaut sein sollte. Im Grunde ein Lieferwagen, der "veredelt" wurde um so den horrenden Preis irgendwie zu rechtfertigen.
Und auch die Wertigkeit konnte man an Hand der Abgasmanipulation verfolgen, wo diverse aufgestapelte Fabrikate in Deutschland für ein Facelift sämtlicher Schrottplätze sorgten.
Und natürlich wurden in Österreich mit unserem Steuergeld wieder neue Einsatzwagen von Abgasbetrugsmarken gekauft, die gelernte Österreicherin oder der gelernte Österreicher fragt sich ohnehin aus leidvoller Erfahrung, wie dieser Deal und andere nach so einem gewaltigen Skandal zu stande kommen konnten.

Auch aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen bin ich nicht mehr gewillt, das "System Österreich" (s. dazu auch Burgtheater - Spiegel 2016) auf Lebenszeit zähneknirschend zu akzeptieren.
Mittelfristig setze ich persönlich daher im Sinne der Psychohygiene und der finanziellen Notwehr die entsprechenden Akzente, dies beinhaltet die Verlagerung des Hauptwohnsitzes ins billigere EU-Ausland sowie die Ausflaggung meiner gesamten Fahrzeugflotte. Unser Konsum hat sich bereits - bis auf Einzelfälle - seit langem dorthin verschoben. Mein Leben, mein Geld, meine Entscheidung. Es lebe die EU mit all ihren Chancen und Möglichkeiten!
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!
LG Matt